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Dieses Buchstabenquadrat besteht aus 5 Wörtern, die vorwärts und rückwärts gelesen werden können und hier in diesem Fall verschiedenen Sinn ergeben (Palindrome). Diese Zusammenstellung in lateinischer Sprache ist mehr als 1.5oo Jahre alt und kann wie folgt übersetzt werden:
Der Sämann (sator) Arepo (Eigenname) hält (tenet) mit Mühe (opera) den Wagen (rotas, die Räder).
Da diese Übersetzung kaum einen zufriedenstellenden Sinn ergibt, haben Gelehrte viele Jahrhunderte gerätselt und bislang immer noch keine echte Lösung gefunden. Nur eine freiere Übersetzung hat tieferen Sinn, die hier erwähnenswert wäre und die sich an die normale waagerechte Lesart hält; die Folge der Wörter wurde jedoch vertauscht:
Der Schöpfer (sator) lenkt (tenet) verborgen (arepo, von repere=kriechen; a-repo: aus dem Weggekrochenen) die Räder (rotas=Räder) der Welt (opera).
Etwas freier: Der Schöpfer hält verborgen die Welt in Schwung.
Dieses Quadrat ist schon sehr alt und existiert seit Jahrhunderten in deutschen, lateinischen, griechischen und koptischen Schreibungen. Zuerst tauchte es auf kleinasiatischen Bronzeamuletten des 4. und 5. Jahrhunderts auf. Seit dem 8. Jahrhundert findet man es in lateinischen Handschriften deutscher Klöster, später auch in Stein gehauen oder in Holz geschnitzt an kirchlichen und weltlichen Bauwerken. Im späten Mittelalter wandert das Quadrat, das bisher in ganz Europa verbreitet war, nach Amerika weiter.
Jahrhundertelang gilt es als zauberkräftiges Zeichen gegen Pest, Hunger, Feuer und Dämonen. Man malt es auf Zettel und Geräte, schnitzt es in Türen und Portale, schreibt es in Bücher, ritzt es in Brot. Noch im 18. Jahrhundert benutzt man in Sachsen sogenannte "Satorteller" (Teller, die das Zeichen tragen) als Feuerlöschmittel. Man wirft sie in den Brandherd und hofft, so die Gefahr bannen zu können.
Seit langer Zeit versucht man auch die tiefere Bedeutung der einzelnen Buchstaben herauszufinden. Denn es darf als sicher angenommen werden, dass irgend ein Sinn dahintersteckt. Dabei ist es weniger die Folge der fünf Wörter, die den Forscher reizt, als die eigenartige Anordnung der Buchstaben.
Im Jahre 1926 veröffentlichte Felix Grosser eine Deutung, die bis heute als die wahrscheinlichste Lösung des Problems gilt. Grosser verband die Buchstaben in einer bestimmten, symmetrischen Weise und konnte so die Wortfolge PATER NOSTER A O, PATER NOSTER A O herauslesen. (A und O stehen dabei für Alpha und Omega, für Anfang und Ende des griechischen Alphabets oder für "von Anfang in alle Ewigkeit"). Demnach wäre das Satorquadrat als ein frühchristliches Kryptogramm anzusprechen, das die Christen der Urkirche als geheimes Erkennungszeichen benutzten. Wer es lesen konnte, galt als eingeweiht und vertrauenswürdig.
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