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       David Philip Hefti (*1975)

 



Wunderhorn-Musik - 7 Klangbilder für Violine und Ensemble

Besetzung:
   Solo-Violine,
   Fl (inkl. Picc, Alt-Fl), Ob (inkl. Egl-H),
   Klar, Bass-Klar, Horn,
   Vla, Vcl, KB, Klavier, 2 Perk.

Dauer:
   
~35 min.

Komponiert im Jahr:

   2008

Uraufführung:
   
20. April 2008, Theater am Gleis, Winterthur
    Rahel Cunz, Violine
    Ensemble Theater am Gleis (TaG)
    Jac van Steen, Leitung

Gewidmet:
    Rahel Cunz, Ensemble TaG, Jac van Steen

Verlag:
    Edition Kunzelmann GmbH


Beschreibung:



"Wunderhorn-Musik" wurde 2008 im Auftrag des Ensembles Theater am Gleis (TaG) Winterthur und der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia geschrieben und ist der Violinistin Rahel Cunz, dem Ensemble TaG und dem Dirigenten Jac van Steen gewidmet.

Die Komposition "Wunderhorn-Musik" wurde von der Liedersammlung "Des Knaben Wunderhorn" inspiriert, die im Jahre 1806 von Clemens Brentano und Achim von Arnim herausgegeben wurde. Der Untertitel "7 Klangbilder für Violine und Ensemble" weist darauf hin, dass der Textvorlage im Entstehungsprozess dieser Musik weder bildhaft noch lautmalerisch gefolgt wurde. Vielmehr ist diese Komposition eine Vertonung von Impressionen, die subjektiv bei der Lektüre der 7 Texte hervorgerufen wurden. Da bereits die Titel der einzelnen Sätze die Phantasie anregen, ist es für das Verständnis dieser Musik nicht erforderlich, die Texte zu kennen. Die homogene Gruppierung der Instrumente (z.B. deren Zusammenfassung nach Registern) zu Beginn der Komposition löst sich allmählich auf. Dies hat u.a. zur Folge, dass sich die Violine permanent zwischen ihrer solistischen Funktion und kammermusikalischer Gleichberechtigung entscheiden muss. Die Palette an Farben reicht vom fragilen, fein schattierten Ton bis hin zu sperrigen, widerborstigen Klangblöcken. Die strukturellen Bezüge, die Temporelationen und die Verwandtschaft von Motiven verbinden die 7 Sätze zu einem facettenreichen Bild. Die Überschriften der 7 Teile sind:

1. Das Wunderhorn
2. Der Ritter und die Magd
3. Die Wahrheit
4. Abendstern
5. An einen Boten
6. Die Greuelhochzeit
7. Des Hirten Einsamkeit
D.P.H.



(K)ein Mahler:
David Philip Heftis "Wunderhorn"

Wunderhorn - womit verbinden wir diesen Begriff? Dem literarisch Gebildeten kommt die Liedersammlung "Des Knaben Wunderhorn" von Clemens Brentano und Achim von Arnim in den Sinn. Der Musikfreund denkt an die Vertonungen Gustav Mahlers. Der Zürcher Komponist David Philip Hefti spielt, wenn auch versteckt, mit beiden Bedeutungen. Für seine "Wunderhorn-Musik" für Violine und Ensemble liess er sich von der besagten Textsammlung anregen, was sich in den Titeln der sieben Klangbilder niedergeschlagen hat. Am Sonntag wurde Heftis Komposition von der Geigerin Rahel Cunz und dem Ensemble TaG unter der Leitung von Jac van Steen im Theater am Gleis in Winterthur uraufgeführt.

Zu hören bekam man eine Musik, die in jedem Satz ihr eigenes Gepräge aufweist, eine Musik auch, die sich nicht anbiedert und die doch schon beim ersten Höreindruck zu fesseln vermag. Diese positiven Eindrücke des Werks gingen Hand in Hand mit der qualitativ hochstehenden Interpretation. Rahel Cunz nutzte in ihrem Part, der die ganze Bandbreite zwischen solistischem Konzertieren und kammermusikalischer Eingliederung ausfüllt, ihre reichen spieltechnischen und ausdrucksmässigen Möglichkeiten voll aus. Und Mahler? Die ersten drei Klangbilder schienen mit ihm nichts zu tun zu haben. Doch in der Mitte, in "Abendstern", tauchte eine kantilenenschwangere Adagiomusik auf, und dann stiess das Horn die Tür auf zu nostalgischen Klängen, die tatsächlich an Mahler erinnerten. Die Gegenwelt war bei der "Greuelhochzeit" erreicht, bei der es gespenstisch und am Schluss richtig bedrohlich zuging.

(Neue Zürcher Zeitung NZZ, Thomas Schacher)